Heu, Kraftfutter und Mineralfutter – was braucht mein Pferd wirklich?
Von Thomas Baumgartner · Stand: 13. Oktober 2026
Im Futterladen ist die Auswahl groß: Müslis, Pellets, Mineralfutter und zahlreiche Ergänzungen versprechen Unterstützung für unterschiedliche Bedürfnisse. Doch was davon braucht dein Pferd tatsächlich?
Entscheidend ist die gesamte Tagesration. Alter, Körpergewicht, Bewegung und Gesundheitszustand beeinflussen den Bedarf. Dieser Ratgeber erklärt die Aufgaben der wichtigsten Futtergruppen und hilft dir, die richtigen Fragen für eine individuelle Fütterungsberatung zu stellen.
Heu und Gras bilden die Grundlage
Pferde sind darauf ausgelegt, faserreiches Futter in vielen kleinen Portionen aufzunehmen. Gras und geeignetes Heu stehen deshalb im Mittelpunkt der Fütterung. Sie liefern Energie und unterstützen durch ihren Faseranteil die Verdauung.
Viele erwachsene Pferde können ihren Energiebedarf bei geringer Belastung bereits weitgehend durch gutes Grundfutter decken. Wie viel dein Pferd benötigt, hängt unter anderem von seinem Gewicht, der Arbeit und dem Nährstoffgehalt des Futters ab. Eine pauschale Menge passt daher nicht zu jedem Pferd. Auch Weidegras gehört zur täglichen Ration und muss berücksichtigt werden.
Plane die Futterversorgung über den Tag hinweg, statt nur die Menge im Abendnetz zu betrachten. Dabei zählen die tatsächlich gefressenen Mengen – Futterreste und Verluste sind keine Nährstoffaufnahme.
Gutes Heu erkennen: Der erste Eindruck reicht nicht immer
Bei der Auswahl zählen hygienische Qualität und passende Nährstoffgehalte. Achte auf auffälligen Geruch, Feuchtigkeit und sichtbaren Schimmel. Farbe allein sagt wenig darüber aus, ob Heu zum Bedarf deines Pferdes passt. Auch „erster Schnitt“ oder „zweiter Schnitt“ ist für sich genommen kein verlässliches Qualitätsurteil.
Eine Heuanalyse kann unter anderem Angaben zu Energie, Eiweiß, Zucker und Mineralstoffen liefern. Für eine belastbare Rationsplanung muss die Probe repräsentativ sein. Lass dir vom Labor erklären, wie du sie korrekt entnimmst. Anschließend kann eine qualifizierte Pferdefütterungsberatung die Ergebnisse einordnen.
Kraftfutter: Ergänzung bei zusätzlichem Energiebedarf
Kraftfutter ist kein automatischer Pflichtbestandteil jeder Pferderation. Es kommt vor allem dann infrage, wenn das Grundfutter den Energie- oder Nährstoffbedarf nicht ausreichend deckt.
Bevor du ein Müsli oder Pellets auswählst, prüfe deshalb zuerst die Grundration. Ein Pferd, das mit seinem bisherigen Futter sein passendes Gewicht hält, braucht nicht allein deshalb mehr Energie, weil es regelmäßig geritten wird. Umgekehrt können höhere Belastung, Wachstum oder andere Lebensphasen eine angepasste Versorgung erforderlich machen.
Der Produktname ersetzt keine Rationsplanung. Vergleiche Zusammensetzung, Einsatzzweck und Fütterungsempfehlung. Bei Unsicherheit ist eine fachliche Berechnung hilfreicher als das Ausprobieren mehrerer Futtersorten.
Mineralfutter: Passend ergänzen statt auf Verdacht kombinieren
Mineralstoffe und Spurenelemente sind notwendig, doch die Versorgung hängt von allen Bestandteilen der Ration ab. Heu liefert bereits Mineralstoffe; die Gehalte können jedoch deutlich schwanken.
Ein geeignetes Mineralfutter soll vorhandene Lücken schließen. Dabei müssen auch angereicherte Müslis, Pellets und zusätzliche Präparate berücksichtigt werden. Mehrere Produkte gleichzeitig können dieselben Nährstoffe liefern. Eine Überversorgung ist ebenso zu vermeiden wie ein Mangel – besonders bei Spurenelementen wie Selen.
Halte dich an die für das jeweilige Produkt vorgesehene Dosierung. Wenn du ein angereichertes Kraftfutter in geringerer Menge als empfohlen fütterst, liefert es möglicherweise auch weniger Vitamine und Mineralstoffe als für die geplante Versorgung nötig. Die Lösung ist eine abgestimmte Ration, nicht automatisch mehr Kraftfutter.
Wasser gehört immer dazu
Frisches, sauberes Wasser muss jederzeit verfügbar sein. Kontrolliere die Tränke regelmäßig:
Ein voller Behälter hilft wenig, wenn dein Pferd das Wasser nicht erreicht oder die Tränke nicht funktioniert.
Fünf Fragen für deinen Fütterungscheck
- Wie viel Heu und Weidegras nimmt mein Pferd tatsächlich auf?
- Welche Arbeit leistet es – und passt sein Körperzustand dazu?
- Kenne ich die Nährstoffgehalte des Grundfutters?
- Welche Nährstoffe liefern bereits Kraftfutter und Ergänzungen?
- Brauche ich wegen einer Erkrankung oder besonderer Lebensphase eine individuelle fachliche Beratung?
Halte deine aktuelle Ration schriftlich fest. Mengen, Produktnamen und die Entwicklung des Körperzustands helfen beim Beratungsgespräch mehr als die Angabe „eine Schaufel täglich“.
Pferdegesundheit und finanzielle Vorsorge
Fütterung und Versicherungen beantworten unterschiedliche Fragen im Pferdealltag. Die Fütterungsberatung hilft bei der passenden Versorgung. Eine Pferde-OP-Versicherung kann je nach Vertrag finanzielle Unterstützung bei versicherten Operationen bieten.
Auf Pferde-Versicherer.de findest du Informationen zur Pferdehaltung und zur finanziellen Absicherung. Thomas Baumgartner unterstützt dich bei Fragen zum Versicherungsschutz deines Pferdes.
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Dieser Ratgeber vermittelt allgemeine Grundlagen. Er ersetzt keine individuelle Rationsberechnung oder tierärztliche Beratung, insbesondere bei Erkrankungen.
Fachquellen
- University of Minnesota Extension: Using hay in horse diets
- University of Minnesota Extension: Selecting and storing hay
- University of Minnesota Extension: Understanding your hay analysis
- University of Minnesota Extension: Providing your horse vitamins and minerals
- University of Minnesota Extension: Horse nutrition
- Dieser Ratgeber vermittelt allgemeine Grundlagen. Er ersetzt keine individuelle Rationsberechnung oder tierärztliche Beratung, insbesondere bei Erkrankungen.
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